Presse­berichte

Bramscher Nach­richten / Bersen­brücker Kreis­blatt

01.02.2020

Naturvielfalt im kleinen Hausgarten

Wilde Ecken, Hecken und Hölzer sowie Trockenmauern sind wichtige Lebensräume

Alfhausen/Bramsche. Auch in einem kleinen Hausgarten kann viel für die Biodiversität getan werden. Weg von der Eintönigkeit und hin zur Strukturvielfalt – dafür wirbt Susanne Schulze von der Biologischen Station Haseniederung in Alfhausen.

Die Engteranerin lebt mit ihrer Familie auf einem kleinen Grundstück und weiß: „Auch auf 600 Quadratmetern kann man verschiedene Lebensräume anlegen.“ Sei es ein „Hausbaum“, ein Trockenbereich oder ein Feuchtbiotop. Die Vielfalt an Kleinstrukturen sorgt für Artenreichtum. Insekten, Vögel und kleine Säugetiere suchen in unseren Gärten Nistmaterial, Nahrung, Überwinterungsquartiere und Verstecke und brauchen das alles möglichst nah beieinander. Je mehr wir ihren Bedürfnissen gerecht werden, desto zahlreicher werden sie ganz von allein bei uns einwandern. Deshalb helfen auch schon kleine Bereiche unterschiedlicher Strukturen, die sich meist einfach und kostengünstig umsetzen lassen. Beim Rundgang auf dem weitläufigen Gelände der Biologischen Station Haseniederung am Alfsee finden sich viele Beispiele, die auch im kleinen Siedlungsgarten Anwendung finden können. Holz und Steine spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Auswahl der Pflanzen und die Tatsache, dass weniger vielfach mehr ist.

Auf den Beeten der Station ist das Herbstlaub liegen geblieben. Es schützt nicht nur die Pflanzen vor Frost, es bietet auch Insekten Nahrung und Unterschlupf und somit den Vögeln Nahrungsquellen.

Außerdem verhindert es unerwünschten Bewuchs durch herangewehten Samen. Das von den Wegen abgeräumte Laub überwintert auf dem großen Laubkomposthaufen, der von drei Seiten mit Maschendraht eingefasst und für Igel interessant ist.

In der Nähe der Einfahrt haben die Stationsmitarbeiter einen großen Stapel aus Holz und Reisig aufgeschichtet, der von senkrecht zusammengefügten Stämmen zusammengehalten wird. Ein super Versteck für Vögel und beliebter Nistplatz für den Zaunkönig. Eine kleine Benjeshecke aus Ästen und Reisig findet sich hinter den Hochbeeten und geht in eine Trockenmauer über, die aus locker zusammengelegten Sandsteinen besteht, auf denen sich bereits Moose und Flechten angesiedelt haben. Im Asthaufen wie in der Trockenmauer finden zum Beispiel Zauneidechsen und Erdkröten, aber auch Insekten ihren Lebensraum.

Wenn Bäume unbedingt weichen müssen, bleiben hier am Alfsee zumindest die Stümpfe oder Stämme stehen. Sie stehen am Beginn einer langen Nahrungskette. Im Laufe des Zersetzungsprozesses nutzen viele verschiedene Lebewesen dieses Totholz. Moose und Flechten, Pilze und Schwämme erobern das Holz, Ameisen und die Larven von Insekten finden hier Nahrung und bereichern wiederum den Speiseplan der Vögel.

Ein wunderschöner Anblick sind die teils knorrigen Baumstubben, die sich in der Station finden allemal. Ebensolcher Hingucker sind drei alte Weidepfähle, von den Mitarbeitern der Station nebeneinander eingegraben und mit einigen Bohrlöchern für Wildbienen versehen.

Wem kein eigenes Holz zur Verfügung steht, dem könnte vielleicht eine Nachfrage beim Grünabfallsammelplatz, beim Landwirt, beim Gartenbaubetrieb oder bei der Straßenmeisterei helfen. Auf keinen Fall sollte Totholz aus dem Wald entnommen werden, weil so vorhandene Strukturen zerstört werden. „Am besten fängt man mit einem kleinen Reisighaufen an“, meint Susanne Schulze.

Hecken sind ein wichtiger Lebensraum auch im Hausgarten. Weniger die geschnittenen. Viel besser ist ein Streifen gemischter heimischer Wildgehölze. Der Weißdorn ist eine besonders wertvolle Heckenpflanze und nutzt rund 150 Insektenarten, rund 30 Vogelarten und vielen Säugetieren. Die Blüten, die Beeren und sogar Dornen helfen Tieren, denn sie verhindern, dass Katzen die Nester ausräubern. Der Schwarze Holunder steht zum Beispiel bei rund 60 Vogelarten auf dem Speiseplan.

Susanne Schulze plädiert für eine „wilde Ecke“, von der sich in der Biologischen Station einige finden. Im Randbereich sollte es in jedem Garten ein Plätzchen geben, wo auch Brennnesseln und Disteln wachsen dürfen, findet die Landschaftsarchitektin. Brennnesseln schmecken den Raupen vieler Schmetterlingsarten wie Admiral oder Tagpfauenauge und Disteln nicht nur dem Distelfalter.

Ganz wichtig ist auch das Wasser. Libellen, Frösche, Molche und Kröten werden den Garten bereichern, wenn ein Teich oder ein kleines Feuchtbiotop – am besten mit Flachwasserzone und einem artenreichen Band aus heimischen Pflanzen – angelegt wird. Wem der Platz dafür fehlt, der kann auch eine kleine Wasserstelle in Form eines Gefäßes oder einer Mulde im Stein als Trinkstation für Vögel und Insekten anbieten. Verschiedene Ausstiegshilfen sollten vorgesehen werden, damit Gefäße oder Becken nicht zur Todesfalle werden.

Je größer die Strukturvielfalt eines Gartens ist, desto mehr Arten finden sich automatisch ein, weiß Susanne Schulze. Für Gartenbesitzer, die auf naturnah umschalten möchten, bietet sie am 21. März ein Praxisseminar „Biologische Vielfalt im eigenen Garten“ an.

lona Ebenthal

23.11.2019
Jeder Bereich ein ganzes Universum

Warum Ramona Herfurth
von heimischen Pflanzen begeistert ist

Alfhausen Wie Gartenbesitzer Zeit und Geld sparen können und dabei sehr viel Spannendes erleben, erfahren wir von Ramona Herfurth, Mitarbeiterin der Biologischen Station Haseniederung. Unser Thema: einheimische Wildpflanzen.

Wir treffen uns am Backhaus der Biologischen Station an der Alfseestraße. Hier begannen Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer im Rahmen des von der EU geförderten Projektes „Biodiversität“ vor einem Jahr damit, den Bauerngarten zu erweitern und zu einem Schau- und Lehrgarten umzugestalten.

Wir schauen uns an, was in diversen Hochbeeten, an Zäunen und Rankhilfen sowie im Freiland auch jetzt im Herbst noch wächst.

Neben jedem Beet steht praktischerweise eine Plexiglas-Box mit der passenden Broschüre. So erfahren die Besucher die jeweilige Standortbeschaffenheit, den detaillierten Pflanzplan mit allen Daten von der Blühdauer bis zur Wuchshöhe. Auch die Hintergründe werden wunderbar erklärt. Die verschiedenen Bezugsquellen, darunter auch die Bramscher Firma Igel Gartenkultur, sind zusätzlich aufgelistet.

Stark verschlechtert

In Deutschland sind laut einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz aus 2018 fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen bestandsgefährdet, und weitere 15 Prozent sind bereits gefährdet oder auf der Vorwarnliste, berichtet Ramona Herfurth. In den letzten 20 Jahren habe sich der Zustand vieler Wildpflanzenarten in Deutschland stark verschlechtert, weiß sie. Insekten seien sogar noch mehr gefährdet. Ein Grund mehr, beim Anpflanzen auch an die einheimischen Arten jenseits des Gartenzauns zu denken, findet die Fachfrau. „Dadurch können wir ein wenig für ihren Erhalt tun“ sowie „Nahrungsquellen für unsere Insekten anbieten und uns an der Schönheit unserer einheimischen Pflanzen erfreuen“.

Wilde Pioniere

Trocken, nährstoffarm und sandig ist der Boden des Hochbeets neben dem Backhaus beschaffen. Ein Zustand, den es heute nicht mehr an vielen Standorten gibt. Ackerwildkräuter wie Klatschmohn, Kornblume oder Färberkamille wurden hier ausgesät. „Wir haben hier ein bisschen experimentiert“, erklärt Ramona Herfurth. In der zweiten Einfassung, ebenfalls trocken und nährstoffarm, aber mit steinigem Boden bestückt, wachsen „Wilde Pioniere im Schotterbeet“. Unter anderem verschiedene Königskerzenarten, Bergminze und Fingerkraut. Ramona Herfurth zeigt uns den Natternkopf, der mit seinen Blättern eine große Rosette gebildet hat und im kommenden Jahr mit vielen Blüten blau blühen wird.

Wichtig sei es, meint Ramona Herfurth, dass eine sehr lange Blütezeit gewährleistet ist. So gebe es Hummelarten, die von Februar bis November fliegen und durchgehend Nahrung benötigen. Das Faszinierende sei, dass die meisten schön blühenden heimischen Pflanzen auf nährstoffarmen Böden am besten wachsen, findet die Expertin. Nährstoffarme Böden seien durch Schadstoffe in der Luft, etwa durch Autoabgase oder Überdüngung immer seltener zu finden und somit auch die entsprechenden Pflanzen, erklärt sie. Im Hausgarten könne man aber anstelle von nährstoffreichem Mutterboden einfach nährstoffarmen Unterboden verwenden, um darauf beispielsweise das Bergsandglöckchen oder den Natternkopf zu setzen. Als „sehr wandelbar“ und „sehr überraschend“ empfindet sie diese Art Garten, weil sich häufig unerwartete Entwicklungen zeigen.

Ein Stückchen weiter haben rankende Pflanzen einen passenden Standort. Ein Streifen Maschendraht ist kaum zu erkennen, so dicht bewachsen ist er mit Weißer Zaunrübe, die bis zu 5 Meter lang wird, und verschiedenen Platterbsenarten. Zum Sichtschutz brauche man kein Plastik, findet Ramona Herfurth, „Pflanzen können das viel besser“. An einem Staketenzaun fühlen sich unter anderem Bunte Kronwicke und Zaun-Wicke wohl. Hier und da lassen sich sogar jetzt noch ein paar Blüten sehen. Zwischen gelbem Ginster und Waldgeißblatt wachsen orange und gelb leuchtende Ringelblumen, die auf den freien Flächen zwischen den angepflanzten Stauden gesät wurden, um unerwünschten Bewuchs fernzuhalten, den es natürlich auch gibt.

Dynamik der Natur nutzen

Wildformen haben meistens kleinere Blüten, davon aber reichlich, erfahren wir. Und über den Winter bleibt hier alles so stehen, denn auch die abgestorbenen Pflanzenteile dienen Insekten als Herberge. Vor dem Neuaustrieb im Frühjahr werden Ramona Herfurth und ihre Helfer die Stauden zurückschneiden. Und weil sich sehr viel ausgesamt hat, wird dann auch im Naturgarten gejätet, denn es bleibe nur stehen, „was wir haben wollen“, erklärt die Expertin. Ihre Empfehlung: „Die Dynamik der Natur nutzen und nur stutzen oder wegnehmen, wo etwas zu viel wird“. Nicht den kompletten Bewuchs wechseln, wie das beim Ziergarten üblich sei, sondern nur unterstützend eingreifen, so könne man „sich das Leben leichter machen“, schmunzelt sie. Kostensparend sei das obendrein, denn auch die Samengewinnung sei einfach. Für die dort nistenden Insekten wie z. B. Wildbienen, Marienkäfer oder Schmetterlinge, die ihre Eier in Pflanzenstängeln bzw. an den Blättern und Pflanzenteilen legen, sei es wichtig, dass die Pflanzen bis zum Frühjahr stehen bleiben, bis die nützlichen Gartenhelfer geschlüpft sind.

Schattenpflanzen unter den großen Bäumen, zwei Kräuterspiralen – im Garten der Biologischen Station gibt es noch sehr viel mehr zu entdecken. Im großen Gemüsegarten wachsen auf vielen Beeten, die dieses Jahr neu angelegt wurden, Pflanzen zur Gründüngung. Raps, Sonnenblumen, Phacelia und Co. bringen teilweise Stickstoff aus der Luft in den Boden oder lockern durch ihre tiefen Wurzeln den Boden auf, weiß Ramona Herfurth, die ihr Studium der Landschaftsentwicklung in Kürze abschließen wird. Sie hatte nach einem Studium zum Wirtschaftsingenieur im Controlling-Bereich einer Firma gearbeitet, bevor sie sich entschied, etwas völlig anderes zu machen. Die Natur zu erhalten, darin sieht sie „mehr Sinn“. Es gebe bereits sehr viel Wissen, man müsse es nur anwenden, sagt sie und hat gleich ein paar Buchempfehlungen (siehe Buchtipps) „um sich über den Winter für das neue Jahr inspirieren zu lassen“. Bei ihrem Studium, das sie auch zur Kartierung von Libellen in den Bayrischen Wald geführt hat, stellte sie jedenfalls begeistert fest: „Jeder einzelne Bereich ist wie ein ganzes Universum.“

26.10.2019

Plädoyer für mehr Unordnung im Garten

Landschaftsarchitektin Susanne Schulze will
„mehr Bewusstsein“
für Vielfalt schaffen

Susanne Schulze

Landschaftsarchitektin Susanne Schulze arbeitet nebenberuflich für die Biologische Station Haseniederung. Hier soll Bürgern das Thema Biodiversität näher- gebracht werden. Sie plädiert dafür, „ein bisschen Unordnung“ im eigenen Garten zuzulassen, als „Raum für Dynamik“. Warum, hat sie uns erklärt.

Wir treffen uns mit der Landschaftsarchitektin Susanne Schulze, Angestellte bei der Stadt Essen im Ruhrgebiet. Seit Start des Projektes am Alfsee arbeitet sie zusätzlich in Teilzeit für die Biologische Station Haseniederung. Oberstes Ziel des von der EU geförderten Projektes sei, „mehr Bewusstsein“ für die Sache zu schaffen, so die Bramscherin. Konkret sollen mindestens zwei Drittel der Bürger im Einzugsbereich zukünftig wissen, wie wichtig Biodiversität ist, und die Zusammenhänge kennen.

Am Alfsee ist im Rahmen des Projekts ein Schaugarten der ganz besonderen Art entstanden. Eingefasste Beete, angelegt als spezielle Standorte, mit verschiedenen Themen gibt es hier und eine Obstwiese mit alten Baumsorten. „Die heimische Flora hat auch ihre Schönheiten“, sagt Susanne Schulze, die eigentlich „aus der Gartenbaukultur“ kommt, wo alles üblicherweise seine „gepflegte“ Ordnung hat. Sie plädiert dafür, „ein bisschen Unordnung“ im eigenen Garten zuzulassen, als „Raum für Dynamik“. Das führe dazu, die Umgebung viel bewusster wahrzunehmen und die Dinge anders zu empfinden, weiß sie aus eigener Erfahrung. Wertvolle Nahrungsangebote

„Pflanzen, die wir normalerweise wegjäten“, und Verblühtes, das erst im Frühjahr zurückgeschnitten werde, seien wertvolle Nahrungsangebote und Lebensraum zum Überwintern für Insekten und Vögel.

Es sei wichtig zu wissen, wie die gesamte Nahrungskette aussehe, findet die Expertin. Der sogenannte „Trachtengarten“ am Alfsee geht hier mit gutem Beispiel voran. In diesem Nutzgarten werden Kurse und Schulungen für Kinder und Erwachsene abgehalten, auch in Kooperation mit Schulen und Einrichtungen.

Mangold in drei Farben kann hier geerntet werden oder zum Beispiel auch Fenchelsamen. Die Kürbisse wurden beim letzten Gartenaktionstag gemeinsam mit Kindern gepflückt und zu einer leckeren Suppe gekocht. Niederschwellige Angebote, wie zum Beispiel der Wildblumenspaziergang, sollten „einfach Spaß machen“, sagt Susanne Schulze, denn nur so könnten möglichst viele Bürger angesprochen werden, „damit wir auch die bekommen, die sich normalerweise einen Schottergarten anlegen würden“.Neues kennenlernen

Im Garten nachpflanzen und eingreifen, das sollte „auf die sanfte Art“ geschehen, meint die Landschaftsarchitektin, die auf ein Umdenken hofft. Ihr Rat: „Normale Zyklen unterstützen und keine synthetischen Eingriffe machen.“ Über die Projektarbeit am Alfsee sagt sie weiter: „Wir wollen nicht so sehr belehren, sondern Lust machen, hinzuschauen und Neues kennenzulernen.“ Wenn der Rasen nicht mehr so oft gemäht wird, was passiert dann? Wenn eine Gartenecke sich selbst überlassen bleibt, was entwickelt sich dort? Das kann spannend und stressfreier sein.

24.10.2019

Pflanzen, ernten und genießen

Gartenaktion der Biologischen Station

 

Im Garten ernten, in der Küche zubereiten und gemeinsam genießen: Die Biologische Station Haseniederung in Alfhausen machte das bei ihrem letzten Gartenaktionstag möglich. Hierzu hatte sie im Rahmen des Projektes „Biologische Vielfalt im Osnabrücker Land bewahren – Wie geht das?“ eingeladen. Trotz des durchwachsenen Wetters fand sich eine bunte Gruppe aus Jung und Alt zusammen, um in den Staudenbeeten und im Gemüsegarten zu arbeiten.

Schubkarre, Spaten und Rosenschere standen schon bereit. Unter Anleitung der Projektmitarbeiter der Station wurden im Ziergarten Hunderte von Blumenzwiebeln heimischer Frühblüher gepflanzt, Blausterne, Wildkrokusse, Winterlinge und Waldhyazinthen. Sie werden die Blütenfülle im zeitigen Frühjahr vergrößern, als Freude für das Auge und Nahrungsquelle für Wildbienen, Hummeln und viele Insekten mehr.

Nebenbei diskutierten die Teilnehmenden über Fragen zu geeigneten Wildstauden-Pflanzengesellschaften für die Hausgärten: Wie können wir in unseren mit Nährstoffen übersättigten Garten im Wortsinn den Boden bereiten für Wildstauden? Oder wie gehen wir mit deren Wüchsigkeit um?

Im Gemüsegarten gab es Kartoffeln, Möhren und Kürbis zu ernten. Eine Arbeit, die mit großem Schwung von den Kindern übernommen wurde. Anschließend wanderte die Ernte in die Küche, wo sie gemeinschaftlich verarbeitet wurde.

Am Ende des Tages stand ein reichhaltiges Mahl auf dem Tisch. Blechkartoffeln mit Kräuterquark, Kürbissuppe, Möhrensalat, süß-saurer Kürbis und manches mehr. Nach getaner Arbeit genossen Jung und Alt mit großem Appetit das gemeinsame Essen. Advents- und Türkränze

Das Gartenprogramm 2019 fand an diesem Tag seinen Abschluss. Im Jahresprogramm der Biologischen Station geht es jedoch noch weiter. Am Samstag, 16. November, lädt die Station zu einem Kurs „Stimmungsvolle Advents- und Türkränze aus Naturmaterialien“ ein. Anmeldung bis 11. November und Informationen sind unter Telefon 05464 9581518 bei Birgit Lamping möglich. pm

13.06.2019

Landtagsabgeordnete zu Gast Alfhausen:

Biologische Station startet Umweltprojekt

Von PM

 

Über das Zweijahresprojekt zu biologischen Vielfalt informierten sich Christian Calderone (links), Martin Bäumer und Agnes Droste (von rechts) bei Ronald Siegmund-Stuckenberg und Jürgen Christiansen (2. und 3. von links). Foto: Über das Zweijahresprojekt zu biologischen Vielfalt informierten sich Christian Calderone (links), Martin Bäumer und Agnes Droste (von rechts) bei Ronald Siegmund-Stuckenberg und Jürgen Christiansen (2. und 3. von links). Foto: Biologische Station

 

Alfhausen. Was hat es mit dem Projekt zur biologischen Vielfalt der Station Haseniederung in Alfhausen auf sich? Politiker erkundeten sich an Ort und Stelle.

Ganz gezielt an Einwohner des Osnabrücker Landes richtet sich ein neues Umweltbildungsprojekt der Biologischen Station  in Alfhausen. Unter dem Titel „Biologische Vielfalt im Osnabrücker Land bewahren – Wie geht das?“ sollen in den nächsten Jahren zielgruppengerechte Angebote ein Bewusstsein für die Bedeutung der biologischen Vielfalt schaffen. 

Kindern, Jugendlichen und verstärkt Erwachsenen zu diesem Thema geschult werden, hießt es dazu auf der Webseite der Station. Anhand einfacher, beispielhafter Maßnahmen, mit denen selbst zur Förderung und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beigetragen werden kann, soll zum Handeln im eigenen Umfeld aufgefordert werden.

234.424 Euro kostet das mehrjährige Vorhaben, wovon knapp 78.000 Euro über Mittel der Bingo-Umweltstiftung und knapp 145.000 Euro aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung und Mitteln des Landes Niedersachsen beigesteuert werden. Grund genug für den  Landtagsabgeordneten Christian Calderone (CDU) aus Qaukenbrück und Martin Bäumer (Glandorf) umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion  sich mit Alfhausen Bürgermeisterin Agnes Droste vor Ort ein Bild zu machen.

Streuobstwiese und Schaugärten

Zum Ende der Projektlaufzeit sollen 75 Prozent der Bevölkerung der Samtgemeinde Bersenbrück ein gesteigertes Bewusstsein für die biologische Vielfalt besitzen, wie es in der Projektbeschreibung heißt. Projektleiter Ronald Siegmund-Stuckenberg und der Leiter der Biologischen Station, Jürgen Christiansen, möchten dies insbesondere durch ein Kursangebot aus über 50 Bildungskursen, Informationen im Internet und die Anlegung von so genannten Schaugärten erreichen.

Die beiden Vertreter der Biologischen Station präsentierten dann auch eine bereits angelegte Streuobstwiese aus alten Obstbaumsorten und die bepflanzten Schaugärten. Durch den Verkauf der Ernte darau und das Kursangebot sollen Schaugärten und das Werben für Biodiversität auf Dauer angelegt sein. „Denn wir wollen ein umfangreiches Bildungsangebot schaffen, das dauerhaft an der Biologischen Station eingesetzt werden kann“, sagt Siegmund-Stuckenberg.

30.05.2019

Zusammenkunft an der Biologischen Station

Austausch zum „Tag der Artenvielfalt“ am Alfsee

Von Franz Buitmann

Zum „Tag der Artenvielfalt“ trafen sich Bürgermeister und Mitglieder der Umweltausschüsse der Samtgemeinde Bersenbrück und deren Mitgliedsgemeinden zu einem Gedankenaustausch in der Biologischen Station Haseniederung in Alfhausen. Foto: Franz Buitmann

Alfhausen. Die Gemeinde Alfhausen hatte gemeinsam mit der Biologischen Station Haseniederung die Bürgermeister und Mitglieder der Umweltausschüsse der Samtgemeinde Bersenbrück und deren Mitgliedsgemeinden zum „Tag der Artenvielfalt“ in die Einrichtung am Alfsee eingeladen.

Alfhausens Bürgermeisterin Agnes Droste wies in ihrer Einladung darauf hin, in der letzten Zeit habe sich in der Biologischen Station viel getan. Um dies vorzustellen und damit auch einmal ein Austausch der Politiker der Umweltausschüsse stattfinde, lade man zum internationalen „Tag der Artenvielfalt“ ein. Im Rahmen des Treffens referierte Forstwirt Ingo Zapp vom Forsthof Artland zum Thema „Ausgleichsflächen schaffen durch Blühstreifen“, im Anschluss daran fand eine Führung durch die Anlagen der Station statt. Ratsmitglieder aus der Samtgemeinde Bersenbrück und aus den Gemeinden Alfhausen, Ankum, Bersenbrück, Gehrde und Rieste sowie Mitarbeiter der Biologischen Station nahmen an der Veranstaltung teil. 

Zapp benannte die Möglichkeiten der Biotopvernetzung durch Blühstreifen, sie werden auf Flächen angelegt, die nicht genutzt werden. Sie können sich innerhalb eines Ackerschlages befinden, am Ackerrand oder auf Vorgewenden. Auch auf Bewässerungsstreifen oder in Rodegassen können Blühstreifen entstehen, sie sollten zwischen drei und zehn Metern breit sein. Weiter stellte er dar, welche Anforderungen an Blühstreifen und deren Pflege zur Förderung oder zum Erhalt von Artenvielfalt gestellt werden müssen. Einjährige Blütenmischungen sind meistens frostempfindlich, sie sollten Ende April oder Anfang Mai ausgesät werden. Besser sind mehrjährige Kräutermischungen, sie können im Frühling oder im Herbst ausgesät werden. Herbstsaaten haben den Vorteil, dass auch hartschalige Samen im Frühjahr sofort keimen. Für Wildkräuter ist besonders wichtig, dass genügend Raum für die Entwicklung ihrer Blattrosette zur Verfügung steht. Nur dann werden sie zu starken Individuen heranwachsen. Die Samenmischung kann maschinell oder per Hand ausgebracht werden. Damit auch Dunkelkeimer auflaufen, sollte das Saatgut leicht eingearbeitet werden. Bei mageren Standorten genügt es, einen Streifen am Schlagrand ohne Umbruch aus der Nutzung zu nehmen. Eine Einsaat ist nicht erforderlich, eine blütenreiche Vegetation wird sich dann von selbst einstellen.

Es empfehlen sich mehrjährige Saatgutmischungen, mit denen ein vielfältiges und kontinuierliches Blühangebot geschaffen wird. Es sollten einheimische Pflanzenarten ausgesät werden, nur sie sind optimal an hiesige Witterungs- und Bodenverhältnisse angepasst.

Im ersten Jahr der Einsaat sollte ein Pflegeschnitt durchgeführt werden, um konkurrenzstarke Pflanzenarten zurückzudrängen. Auf nährstoffreichen Standorten kann ein- bis zweimal jährlich gemäht werden. Auf mageren Standorten wird je nach Wüchsigkeit einmal im Jahr oder alle paar Jahre im Herbst gemäht. Blühstreifen eignen sich gut als Kompensationsflächen.

Saatgutmischungen gibt es in unterschiedlichen Qualitäten und zu unterschiedlichen Preisen, Händler können im Internet erfahren werden.

An das Referat schloss sich ein reger Gedankenaustausch an, zum Imbiss wurden Lebensmittel aus der Region aus der Markthalle Alfhausen serviert. Auf der Führung durch die neu gestaltete Gartenanlage der Station fanden die Besucher Anregungen für Beetbepflanzungen mit heimischen Wildstauden.

Alfhausens Bürgermeisterin Agnes Droste und Ronald Siegmund-Stuckenberg von der Biologischen Station planen nun, diese Form des Gedankenaustausches zum Thema Artenvielfalt zu einer festen Institution zu entwickeln. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projektes „Biologische Vielfalt im Osnabrücker Land bewahren – Wie geht das?“ durchgeführt, welches aus Mitteln des Europäischen Fond für Regionalentwicklung und des Landes Niedersachsen sowie der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert wird. 

12.05.2019

Auf Tour durch Niedersachsen

Bingo-Bär Michael Thürnau ließ in Bramsche die Kugeln rollen

Von Holger Schulze

Von Ronald Siegmund-Stuckenberg (rechts) bekam Michael Thürnau in der Biologischen Station Haseniederung erläutert, wie mit dem Geld der Bingo-Umweltstiftung gearbeitet wird. Foto: Holger Schulze

Bramsche/Alfhausen. Eine dichte Menschentraube umrang „Bingo-Bär“ Michael Thürnau im Famila-Markt. Der NDR-Moderator machte auf seiner Tour durch Niedersachsen auch in Bramsche halt. Im Anschluss besuchte Thürnau ein Bingo-Projekt der Biologischen Station am Alfsee.

Vom 29. April bis zum 11. Mai 2019 zog der populäre Moderator mit seiner Bingo-Glückstrommel von der Nordseeküste über die Lüneburger Heide bis hin ins Osnabrücker Land. Seit mehr als 22 Jahren moderiert Michael Thürnau die Sendung im NDR und immer noch liegt ihm bei seiner Arbeit stets ein lockerer Spruch auf den Lippen.

So unterhielt der Bingo-Bär das Publikum im Supermarkt nicht nur mit den Gewinnaussichten auf zwei opulente Picknickkörbe und etliche Trostpreise. Auch ein hier und da eingestreuter Witz, gerne auch mal unterhalb der Gürtellinie, jedoch in charmanter Form, brachte das Publikum zum Lachen.

Wer fünf Zahlen auf seinem Zettel entweder übereinander, nebeneinander oder diagonal  stehen hatte, bekam schon mal einen Trostpreis. Ebenso diejenigen, die zwei dieser Reihen durch einen Bingo-Ruf kundtun konnten. Ausgespielt wurde jedoch ein Dreierbingo. Michael Thürnau ließ so lange die Kugeln rollen, bis zwei Mitspieler insgesamt 15 Zahlen in den möglichen Varianten auf dem Zettel hatten. Ein Picknickkorb im Wert von über 200 Euro ging nach einer halben Stunde nach Schlichthorst. Der zweite, immerhin noch um die 150 Euro wert, landete bei einer Gewinnerin aus Alfhausen.

Dorthin, genauer zur Biologischen Station Haseniederung, führte etwas später der Weg von Michael Thürnau. Zu seinem beruflichen Aufgabenspektrum gehört schließlich nicht nur die Verkündung gezogener Nummern. Die Bingo-Umweltstiftung förderte in den vergangenen 22 Jahren 19000 Umweltprojekte mit insgesamt 190 Millionen Euro. „Damit die Menschen wissen, wohin ihr Geld aus dem Bingolosverkauf geht, keinesfalls zur Kontrolle“, besucht Michael Thürnau mit einem Kamerateam ausgewählte Projekte, wie er vor Drehbeginn ausdrücklich betonte.

78000 Euro waren es, die die Biologische Station von der Bingo-Umweltstiftung für das aktuell im Aufbau befindliche Projekt „Biologische Vielfalt im Osnabrücker Land bewahren“ erhalten hatte.

Den Zuschlag gab es, weil sich dieses Projekt sowohl an Kinder als auch an Erwachsene wendet und die Biologische Station als Verein in ehrenamtlicher Trägerschaft arbeitet. „Denn wir fördern keine kommunalen Aufgaben“, stellte Michael Thürnau klar.

Damit das NDR-Fernsehpublikum am Sonntag, 19. Mai, ab 17 Uhr einen Einblick davon erhält, wie das geförderte Projekt am Alfsee arbeitet, hatte sich Ronald Siegmund-Stuckenberg, der erste Vorsitzende des Vereins, für die Dreharbeiten mit Michael Thürnau an die Gießkanne am neu eingerichteten Beet mit bienenfreundlichen heimischen Wildstauden gestellt. Hier erfuhr Michael Thürnau, dass die beliebten Geranien so gar nicht als Nahrungsquelle für Bienen geeignet sind, weil sie eben nur schön bunt sind, jedoch keinen Nektar für die Insekten bilden.

Welche Pflanzen in den heimischen Gärten oder auch in den öffentlichen Grünflächen besser für eine Insektenvielfalt sorgen können, das erfahren dank der Bingo-Stiftung in naher Zukunft die Besucher der Biologischen Station Haseniederung. 

 

16.04.2019

Biologische Vielfalt bewahren

Bienen­freundliche Gärten für die Riester Schutz­station

Von Holger Schulze

Ramona Herfurth, Susanne Schulze und Ronald Stuckenberg bepflanzten am Freitag und Samstag die neuen Beete vor der Biologischen Station, in denen Wildbienen zukünftig verbesserte Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten vorfinden werden.
Foto: Holger Schulze

Rieste. Im Rahmen des Projektes „Biologische Vielfalt bewahren im Osnabrücker Land. Wie geht das?“ wurde jetzt an der Biologischen Station Haseniederung ein sogenannter Trachtgarten für Bienen angelegt.

Um die Arbeitsbedingungen bei Regenschauern und niedrigen Temperaturen waren Ramona Herfurth, Susanne Schulze, Frederike Frimmel und Ronald Stuckenberg  nicht zu beneiden, als sie mit weiteren ehrenamtlichen Helfern rund 400 Pflanzen in die neuen Beete an der Biologischen Station  in die Erde brachten. Die Kulturen stammen aus Betrieben, die sich auf die Nachzucht von heimischen Wildstauden spezialisiert haben.

Bei dem Projekt  geht es darum, Bürger, kommunale Entscheidungsträger oder Pädagogen anzuregen, sich der Vielfalt in der Natur anzunehmen und dies zu kommunizieren.  Der Fokus liegt auf dem Erhalt und der  Verbesserung der Lebensbedingungen für Wildbienen. Dazu wurde in einem ersten Schritt neben einer Streuobstwiese jetzt ein sogenannter „Trachtgarten“ mit Nahrung und Nistmöglichkeiten  für diese nützlichen Insekten angelegt.

Die Biologischen Station erhielt hierfür zwei neue Hochbeete. Weitere acht Beete wurden neu aufbereitet und thematisch entsprechend mit heimischen Wildstauden bepflanzt.

So entstanden beispielsweise ein halbschattiger, leicht feuchter Gehölzrand, ein nährstoffreiches, frisches, sonniges Gartenbeet sowie ein karger, trockener Schotterstandort An diesen speziellen Standorten wurden die Pflanzenzusammenstellungen so ausgewählt, dass sie auch der Gartenbesitzer zuhause nachpflanzen kann.  Ferner wurden spezielle Wildbienen-Blumenmischungen ausgesät.

Nahrungsquellen schaffen

„Ziel und Wunsch ist es, dass immer mehr Gartenbesitzer, Planer oder auch Entscheider über öffentliche Flächen diesen Beispielen folgen und Nahrungsquellen für Wildbienen schaffen, um deren Fortbestand zu gewährleisten und die Bestäubungsleistung der Bienen für unsere Kultur- und Zierpflanzen sowie für eine vielfältige heimische Flora sicher zu stellen. Auch sollen wilde Formen von allseits bekannten Pflanzenarten wie Flockenblumen, Malven, Königskerze und Veilchen wieder Einzug in die regionalen Gärten halten“, erläuterte Landschaftsarchitektin Susanne Schulze vom Projektteam.

In weiteren Schritten werden nun  Schulungsprogramme erstellt, die Anlage eines Nutzgartens an der Biologischen Station mit alten regionaltypischen Gemüsesorten sowie der Bau eines Imkerstandes folgen. Mit diesen Angeboten sollen interessierte Besucher angeregt werden, das Thema biologische Vielfalt in ihrer eigenen Umgebung umzusetzen, und sei es nur auf wenigen Quadratmetern oder auf dem Balkon.

„Unser Wunsch wäre, dass in den Sommermonaten viele Besucher sich diese neuen Flächen anschauen und sich Anregungen über das Thema mit nach Hause nehmen“, hofft Susanne Schulze auf reges Interesse für dieses von der Bingo-Umweltstiftung und der NBank geförderte Projekt, dessen Aufbauphase auf zwei Jahre angesetzt ist.

 

09.03.2019

Vielfalt bewahren – wie geht das?

Biologische Station am Alfsee startet neues Projekt

Von Ilona Ebenthal

Der Ausbau für das neue Gartenprojekt der Biologischen Hasestation am Alfsee hat begonnen. Foto: Ilona Ebenthal

Alfhausen. Kräftig gearbeitet wird zurzeit bei der Biologischen Station Haseniederung an der Alfseestraße. Die Fördermittel-Zusagen für das neue Projekt liegen vor, der erste Arbeitseinsatz ist erfolgt.

Der Projekttitel lautet „Biologische Vielfalt im Osnabrücker Land bewahren – Wie geht das?“. Durch das Vorhaben soll nicht nur ein großer Schau- und Nutzgarten entstehen, sondern auch „bei Kindern, Jugendlichen und insbesondere Erwachsenen durch zielgruppengerechte Angebote das Bewusstsein für die biologische Vielfalt geschult werden“.

Streuobstwiese mit alten Obstsorten

Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gibt es 144.615 Euro Zuschuss und die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) fördert das Projekt zusätzlich mit 77.800 Euro. Geplant ist die Erweiterung des bisherigen Naturgartens, wofür der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) einen zehn Meter breiten Streifen zur Verfügung gestellt hat. Zusätzlich werde dahinter eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten angelegt, erklärt Ronald Siegmund-Stuckenberg. Bei der Auswahl werde „auf den Blühaspekt“ Wert gelegt, damit „über das Frühjahr verteilt“ Blüten zu finden seien. Dem Bestands- und Artenrückgang bei Honig- und Wildbienen möchte die Biologische Station auch mit dem „Trachtengarten“ etwas entgegensetzen, der Insekten durchgehend viel Nahrung bietet.

Barrierefreier Zugang zu den Schaubeeten

Bei einem ersten Arbeitseinsatz haben die Mitglieder des Vereins Biologische Station Haseniederung bereits kräftig Hand angelegt. Im alten und neuen Bereich des Gartens wurden zahlreiche Wege gepflastert, sodass zukünftig ein barrierefreier Zugang zu den Schaubeeten möglich ist. Mittig werde ein Geräteschuppen platziert, erläutert Ronald Siegmund-Stuckenberg. Die Firma Dallmann aus Bramsche habe außerdem einen Baucontainer zur Verfügung gestellt. Beete mit verschiedenen Böden sollen jetzt angelegt werden. Eine große Pflanzaktion werde es geben mit ausschließlich heimischen Pflanzen und alten Gemüsesorten. Auch Frühbeete zum Vorziehen seien geplant. Später könne den Bürgern auch altes Saatgut angeboten werden.

Bewusstseinsschulung für Schüler und Erwachsene

Erklärtes Ziel der Station ist die „Bewusstseinsschulung“. Mit Kursangeboten und Aktionen sollen nicht nur Schüler „über den klassischen Schulgarten hinaus“ etwas lernen, sondern auch Erwachsene angestoßen werden, durch geändertes Verhalten zur biologischen Vielfalt beizutragen und die naturverträgliche Landwirtschaft zu fördern. Man wolle auch „mehr in die Kommunen gehen“, sich mit Politikern und Gartenbauunternehmen zusammensetzen, sagt Ronald Siegmund-Stuckenberg. NBU-Geschäftsführer Karsten Behr lobt das Projekt, „weil es sowohl das Bewusstsein der Menschen für die biologische Vielfalt als auch den praktischen Naturschutz fördert“.