Nisthilfen für Insekten

Wie gesagt: Die meisten unserer heimischen Obstsorten sind auf die Bestäubung durch Wildbienen und andere Insekten angewiesen. Es ist gut und wichtig, wenn wir in unseren Gärten heimische Pflanzen wachsen lassen, die Nahrungsquelle sind für die fleißigen Bestäuber. Wo aber fliegen sie hin, wenn die Arbeit getan ist? Diese nicht Staaten bildenden Insekten benötigen Plätze, an denen sie sich fortpflanzen können. Durch Insektennisthilfen im Garten können wir diese Räume zur Verfügung stellen und Wildbienen und Co. ein Zuhause bieten. Hier kann man sie noch besser und in Ruhe beobachten als bei der Nahrungsaufnahme: Das Befestigen von Nistplätzen nimmt Zeit in Anspruch; wie unermüdlich Insekten an ihrem Heim herumwerkeln, ist faszinierend anzuschauen. Vor Stichen muss man sich nicht fürchten – die Tierchen sind harmlos und reagieren nur auf Eindringlinge oder Störenfriede aggressiv.

Einfach selbst gemacht

Natürlich sind Insektennisthilfen in vielfältiger Form käuflich zu erwerben, aber mit ein wenig Geschick und der richtigen Anleitung ist auch leicht selbst ein Bienenhotel errichtet. Gut geeignet für Brutkammern sind Hohlräume in Holz oder Stängeln, zwischen Steinen oder in der Erde. Abzuraten ist dagegen von Nisthilfen aus Glas – diese verpilzen schnell und werden für die Brut zur Todesfalle.

Für hohlraumliebende Wildbienenarten können Sie Nisthölzer mit Bohrgängen versehen. Am besten verwenden Sie gut abgelagerte Holzstücke – am besten Esche, Buche oder Obsthölzer – und bohren drei bis acht Millimeter breite und 5 bis 10 cm tiefe Löcher ins Längsholz. (Wichtig: nicht ins Stirnholz bohren –so können Risse entstehen und Feuchtigkeit kann eindringen.)  Je nach Durchmesser sollten sie auf ausreichenden Abstand zwischen den Löchern achten, zirka ein bis zwei Zentimeter. So lassen sich Risse vermeiden, die von Wildbienen ohnehin nicht besiedelt werden. Die Bohrlöcher selbst sollten innen möglichst glatt sein, anfallendes Bohrmehl ist zu entfernen. Wichtig ist, dass das Holzstück nicht durchbohrt wird.

Nun braucht es nur noch einen sonnen-, regen- und windgeschützten Standort, an dem die Nisthilfe fest angebracht wird. Dort kann sie jahrelang bleiben, auch im Winter.

Eine andere Möglichkeit, solitär lebenden Insekten Rückzugsmöglichkeiten und Nisthilfen zu bieten, sind markhaltige Stängel von Pflanzen: Brombeerranken oder Königskerzenstängel, Holunderzweige und Heckenrosen. Sie sollten diese Stängel bündelweise (zehn bis 15 Stück) und schräg – nicht waagerecht – an Zäunen oder Wänden befestigen. Wildbienen nagen selbst das Mark aus und nutzen die entstehenden Röhren gern zum Brüten.

Auch Bambusstöcke können gut genutzt werden. Eine solche Nisthilfe hält bis zu drei Jahre.

Um die neuen Garten-Mitbewohner vor Fressfeinden zu schützen, haben sich Drahtgeflechte und Netze vor den Nisthilfen bewährt, die von den Insekten problemlos durchflogen werden können, für Vögel jedoch ein unüberwindbares Hindernis darstellen.