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Bramscher Nach­richten / Bersen­brücker Kreis­blatt

Bersenbrücker Kreisblatt, 25.03.2020

Saatgut, Monsanto und die Artenvielfalt

Filmreihe und Projekt der Biologischen Station Haseniederung / Nächste Aktion: Pflanzenbörse

Bersenbrück/ Alfhausen Welche Rolle spielt Saatgut für regionale Ökosysteme und ihre Artenvielfalt? Die Biologische Station Haseniederung vom Alfsee zeigte in Bersenbrück einen Dokumentarfilm dazu.

Im Projekt „Biologische Vielfalt im Osnabrücker Land bewahren – wie geht das?“ zeigt die Biologische Station eine Filmreihe in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Osnabrücker Land in der Von-Ravensberg-Schule Bersenbrück. Der letzte Film der Reihe folgt am 16. April.

Weit über 300 000 verschiedene Pflanzenarten gibt es auf der Welt, 30 000 davon sind essbar. Doch nur etwa zehn verschiedene Nutzpflanzen gehören zum üblichen Speiseplan des Menschen. So heißt es in dem amerikanischen Dokumentationsfilm „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“ (Original Titel „Seed: The Untold Stoy“).

„Der Film weist zunächst uns alle darauf hin, uns mit den Pflanzen, die wir in unserem Leben nutzen, zu beschäftigen: Woher stammen sie? Unter welchen Bedingungen wurden sie angebaut?“, sagt die Projektbetreuerin Ramona Herfurth.

Bei den Hopi, einem Indianerstamm im US-Bundesstaat Arizona, ist der Maisanbau mehr als Tradition. Leigh Kuwanwisiwma baut wie seine Vorfahren im trockenen Gebiet Mais an. „Jedes Maiskorn birgt Leben in sich“, sagt er.

Saatgut ist die Quelle des Lebens, und genetische Diversität erhalte auch uns am Leben, lautet die Botschaft des Films. Die Artenvielfalt ist gefährdet. Der Verlust an Sorten in den letzten 100 Jahren liege bei vielen Gemüsearten über 90 Prozent.

Saatgutbanken bewahren die Vielfalt der Arten, sind gewissermaßen die Archen der Nutzpflanzen. Äußere Einflüsse gefährden sie, zeigt die jüngste Geschichte. Im Irakkrieg etwa wurde eine Saatgutbank zerstört, und auf den Philippinen hat 2006 ein Taifun eine überflutet. Einen globalen Speicherungsort für die Samen der ganzen Welt gibt es seit einigen Jahren im arktischen Permafrost in Norwegen.

 

Das eigentliche Problem sei weit größer: Ein Großteil des in der Landwirtschaftverwendeten Saatguts ist patentiertes Eigentum großer Biotech-Konzerne. Mit Monokulturen beherrschen Unternehmen wie Syngenta und Bayer/Monsanto den Weltmarkt. Das hat Folgen zum Beispiel für die Bewohner Hawaiis. Die Konzerne betreiben auf der Insel Testfelder für gentechnisch verändertes Saatgut, Pflanzenschutzmittel und Pestizide. Die Gifte machen sie krank, klagen die Hawaiianer. Die Konzerne schweigen dazu.

In Indien habe der Anbau patentierter, genveränderter Sorten Landwirtschaft und Landwirten erheblich geschadet. Der Film lässt die Physikerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva zu Wort kommen: „Wir müssen die Vielfalt und die Freiheit des Lebens schützen.“

„Wirklich sehr erschreckend, wenn man das sieht“, äußert sich eine Zuschauerin in der Gesprächsrunde im Anschluss an den Film. Vieles über die Methoden von Konzernen wie Monsanto sei bekannt, doch über die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt werde zu wenig gesprochen, heißt es aus dem Publikum.

Ramona Herfurth und Susann Schulze von der Biologischen Station möchten die Menschen regional vernetzen, die etwas für den Erhalt der biologischen Vielfalt tun wollen. An der Biologischen Station in Alfhausen gibt es hierzu regelmäßig Treffen und Workshops. Außerdem findet dort am Samstag, 28. März eine Pflanzen- und Saatgutbörse statt, wo Saatgut getauscht oder erworben werden kann. Als letzter Film der Reihe wird am Donnerstag, 16. April, „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ gezeigt. Beginn um 19 Uhr in der Von-Ravensberg-Schule.

Miriam Heidemann

Wie schafft man biologische Vielfalt?

Vertreter des Nördlichen Osnabrücker Landes trafen sich zum Austausch

18.02.2020

Altkreis Bersenbrück. Wie lässt sich die biologische Vielfalt auf privaten und öffentlichen Grünflächen verbessern? Und wie können Schottergärten zugunsten von artenreichen naturfreundlichen Bereichen zurückgedrängt werden? Antworten darauf suchten Mitarbeiter aus Gartenbaubetrieben, Baustoffmärkten und von Bauhöfen der Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen sowie der Stadt Bramsche in einem Praxisworkshop. Die Ilek–Region Nördliches Osnabrücker Land (NOL) hatte zusammen mit der Biologischen Station Haseniederung zu diesem Treffen in die Jugendherberge Rieste eingeladen.

Insektensterben, Vogelschwund und sterile Gärten sind seit geraumer Zeit nicht nur in Umweltforen ein viel diskutiertes Thema. Der Begriff Biodiversität taucht immer wieder auf, grob übersetzt mit biologischer Vielfalt. Die Situation im Landkreis sei bedenklich, stellte Bersenbrücks Samtgemeindebürgermeister Horst Baier fest. Das Insektensterben werde besonders durch die industrielle Landwirtschaft und durch sterile Gärten verursacht. Schottergärten seien das neue Feindbild, doch ein Verbot halte er für ein falsches Mittel. Stattdessen plädierte er für gute Beratung. Deshalb sei Biodiversität zum Thema des Jahres 2020 des Ilek-Regionalmanagements Nördliches Osnabrücker Land ausgewählt worden.

 

„Das Thema ist bekannt, aber wir erreichen die Bürger und Bürgerinnen in den Neubaugebieten nicht“, erklärte Ronald Siegmund-Stuckenberg, Vorsitzender der Biologischen Station. Warum das so ist, sollten zwei Impulsvorträge veranschaulichen. Stephan Rolf, Geschäftsführer von Garten Brauers in Melle, erläuterte, dass 50 Prozent der Kunden einen Schottergarten wollen, aber 99 Prozent wünschten sich Grün im Garten. Viele Kunden hielten die „grauen Gärten“ für pflegeleicht. Fachleute seien sich jedoch einig, dass das nicht zutreffe. Ebenso wenig seien sie kostengünstig. Oft fehle die ausreichende Pflanzenkenntnis in der Beratung. Hier müsse die Ausbildung verbessert werden.

Dass naturnahe Gestaltung von kommunalen Flächen machbar ist, belegte Bauhofleiter Hermann Hüsers anhand von Beispielen aus der Stadt Haren. So seien einige Verkehrskreisel, Grünflächen und Wegerandstreifen erfolgreich umgestaltet worden. Hoher Nährstoffgehalt in den Böden und Stickstoffeintrag aus der Luft sowie mangelnde Einsicht von Bürgern erschweren die Umgestaltung, so Hüsers.

In vier Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer Gründe für den bisherigen Zustand und Möglichkeiten der Verbesserung. Die fasste Teresa Zimmermann vom Ilek-Regionalmanagement zusammen. Abwrackprämien für Schottergärten wurden gefordert sowie Mustergärten vor den Rathäusern, außerdem Beetpatenschaften und Wettbewerbe auf kommunaler Ebene. Wissenschaftliche Beratung und fachliche Weiterbildung bei Kommunen und in Galabaubetrieben, eine Bündelung der vorhandenen Informationsquellen und eine Vorbildfunktion der Kommunen waren weitere Forderungen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wird die Ilek NOL an die Bürgermeister weitergeben.
Margarete Hartbecke

Biologische Station und Natur-AG Bramsche aktiv in der Umweltbildung 

Auch Angebote für Kinder

15.02.2020

Bramsche/Rieste/Alfhausen. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ lautet ein altes Sprichwort. Auch die Umweltbildung müsste demnach möglichst im jungen Alter starten. Die Natur-AG Bramsche und die Biologische Station Haseniederung am Alfsee sind in diesem Bereich äußerst aktiv und bieten sogar gemeinsame Aktionen an. Wenn am 22. Februar bei der Tischlerei Eckelmann in Rieste Nistkästen gebaut werden, unterstützen die Aktiven der Natur-AG Bramsche und die Mitarbeiter der Biologischen Station Haseniederung gemeinsam diese Aktion für Kinder und Erwachsene. Zwei sehr unterschiedliche Organisationen, die beide vorbildlich mit Kindergärten und Schulen kooperieren, um mit der Umweltbildung möglichst früh anzusetzen.

„Die Begegnung mit dem Original ist ein wesentliches Element unserer Arbeit“, heißt es auf der Homepage der Biologischen Station. Denn nur was man kennt, kann man auch schätzen lernen und beschützen. Viele Möglichkeiten bietet der große Schau- und Lehrgarten am Backhaus in der Alfseestraße. Vom 22. März bis zum 11. Oktober 2020 lädt die Station jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr zum „offenen Gartentor“ ein. Das Team bietet außerdem zahlreiche Veranstaltungen wie Kurse, Vorträge, Filme und Aktionen an (siehe Info-Box). In den Schulen werden gemeinsam mit den Kindern Mustergärten angelegt, die sogar mit der Webcam beobachtet werden können.

Ergänzend zum Fachunterricht können die Jungen und Mädchen hier selbst aktiv werden und erweitern ganz nebenbei ihre sozialen Kompetenzen. Sie lernen zum Beispiel die Teamarbeit schätzen und sich in Geduld zu üben. Die gemeinsame Zubereitung der Speisen mit Zutaten aus dem eigenen Garten gehört dazu. So macht Lernen besonders viel Spaß. Umweltbildungsangebote für Schulen und Einrichtungen offeriert die Biologische Station übrigens zu insgesamt 15 verschiedenen Themenbereichen.

Ein großes Projekt der Station, das für zwei Jahre geplant ist, startete im vergangenen Jahr zum Thema „Biologische Vielfalt“. Es setzt vor allem auf die Umweltbildung. Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern soll die Bedeutung der biologischen Vielfalt bewusst gemacht werden. Dazu sollen Wege aufgezeigt werden, wie jeder Einzelne zum Beispiel dem Insektensterben entgegenwirken kann. Vor allem junge Menschen sollen hier sensibilisiert werden. Erweiterte Möglichkeiten gibt es in Kürze in der alten Segelschule. Hier öffnet am 7. März 2020 das Naturschutz- und Bildungszentrum am Alfsee (NBZ). Das Zentrum bietet eine interaktive Ausstellung rund um die Entstehung des Alfsees und dessen tierische Bewohner. Moderne Schulungsräume stehen dann ebenfalls zur Verfügung.

„Wir wollen mittelfristig zusätzlich Naturschutztage oder eine -woche am Zentrum und der Biologischen Station auch in Verbindung mit der Jugendherberge und der Alfsee GmbH anbieten“, so Jürgen Christiansen, Leiter der Biologischen Station. Er sagt weiter: „Während des tieferen Eindringens in bestimmte Themen durch aktive Projektarbeit wird der Sinn des Lernens direkt erlebbar und wesentlich nachhaltiger.“ Das Gefühl „Wir haben gemeinsam etwas geschafft!“ fördere die Motivation, sich auch im heimatlichen Umfeld aktiv für den Natur- und Umweltschutz einzusetzen, glaubt er.

Die Natur-AG Bramsche ist als loser Zusammenschluss von am Naturschutz interessierten Bürgern seit einigen Jahren äußerst aktiv. Initiator Carsten Fuchs freut sich über seine Mitstreiter, unter denen auch einige Experten sind wie der Naturkundler Rolf Hammerschmidt, der ein kleines Museum besitzt und bei manchen Aktionen Präparate liefert. Die Natur-AG arbeite überwiegend im Kinder- und Jugendbereich, erklärt Carsten Fuchs. Zahlreiche Projekte zielen besonders auf den Schutz von Vögeln ab. Unter anderem Aktionen zum Schutz der Mauersegler sowie die Installation von zahlreichen roten Nistkästen an einem großen Baum am Ackerrand zwischen Sögeln und Rieste gehen auf das Konto der Umweltschützer.

An der Grundschule Im Sande gibt es außerdem die „Natur-AG Kids“, die sich intensiv mit Umweltthemen befassen. Sie hatten zum Beispiel Imkerin Petra Ludewig zu Gast. Sie gehört zur Natur-AG wie auch Jonas Wobker, dem die Schüler schon mal bei der professionellen Beringung von Vögeln unter wissenschaftlichen Aspekten zuschauen dürfen. Exkursionen, Nistkästenbau, Vorträge und Informationsstände gehören zum Repertoire der Umweltfreunde.

„Wir stoßen immer auf offene Türen“, sagt Fuchs. Die Kindergärten seien froh über das Angebot der Natur-AG, stellt er fest. So arbeiten sie auch mit dem Familienzentrum Grüner Brink zusammen. Eine Pflanzaktion für Wildbienen inklusive Nisthilfen gibt es hier. Für die richtige Pflanzenauswahl sorgt Gärtnerin Karin Müller vom „Runden Tisch Natur“. „Die Netzwerkarbeit greift“, stellt Fuchs fest.

Mitstreiter für verschiedenste Gebiete „mit wenig oder viel Zeit“ sind sehr willkommen, heißt es auf der Homepage der AG. Gleiches gilt für die Biologische Station am Alfsee, die ebenfalls ehrenamtlich unterstützt wird. Jeder könne mithelfen, aber niemand müsse sich verpflichten, erläutert Carsten Fuchs, der findet, dass man auch mit „Mini-Projekten“ Erfolg haben kann.
Ilona Ebenthal

01.02.2020

Naturvielfalt im kleinen Hausgarten

Wilde Ecken, Hecken und Hölzer sowie Trockenmauern sind wichtige Lebensräume

Alfhausen/Bramsche. Auch in einem kleinen Hausgarten kann viel für die Biodiversität getan werden. Weg von der Eintönigkeit und hin zur Strukturvielfalt – dafür wirbt Susanne Schulze von der Biologischen Station Haseniederung in Alfhausen.

Die Engteranerin lebt mit ihrer Familie auf einem kleinen Grundstück und weiß: „Auch auf 600 Quadratmetern kann man verschiedene Lebensräume anlegen.“ Sei es ein „Hausbaum“, ein Trockenbereich oder ein Feuchtbiotop. Die Vielfalt an Kleinstrukturen sorgt für Artenreichtum. Insekten, Vögel und kleine Säugetiere suchen in unseren Gärten Nistmaterial, Nahrung, Überwinterungsquartiere und Verstecke und brauchen das alles möglichst nah beieinander. Je mehr wir ihren Bedürfnissen gerecht werden, desto zahlreicher werden sie ganz von allein bei uns einwandern. Deshalb helfen auch schon kleine Bereiche unterschiedlicher Strukturen, die sich meist einfach und kostengünstig umsetzen lassen. Beim Rundgang auf dem weitläufigen Gelände der Biologischen Station Haseniederung am Alfsee finden sich viele Beispiele, die auch im kleinen Siedlungsgarten Anwendung finden können. Holz und Steine spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Auswahl der Pflanzen und die Tatsache, dass weniger vielfach mehr ist.

Auf den Beeten der Station ist das Herbstlaub liegen geblieben. Es schützt nicht nur die Pflanzen vor Frost, es bietet auch Insekten Nahrung und Unterschlupf und somit den Vögeln Nahrungsquellen.

Außerdem verhindert es unerwünschten Bewuchs durch herangewehten Samen. Das von den Wegen abgeräumte Laub überwintert auf dem großen Laubkomposthaufen, der von drei Seiten mit Maschendraht eingefasst und für Igel interessant ist.

In der Nähe der Einfahrt haben die Stationsmitarbeiter einen großen Stapel aus Holz und Reisig aufgeschichtet, der von senkrecht zusammengefügten Stämmen zusammengehalten wird. Ein super Versteck für Vögel und beliebter Nistplatz für den Zaunkönig. Eine kleine Benjeshecke aus Ästen und Reisig findet sich hinter den Hochbeeten und geht in eine Trockenmauer über, die aus locker zusammengelegten Sandsteinen besteht, auf denen sich bereits Moose und Flechten angesiedelt haben. Im Asthaufen wie in der Trockenmauer finden zum Beispiel Zauneidechsen und Erdkröten, aber auch Insekten ihren Lebensraum.

Wenn Bäume unbedingt weichen müssen, bleiben hier am Alfsee zumindest die Stümpfe oder Stämme stehen. Sie stehen am Beginn einer langen Nahrungskette. Im Laufe des Zersetzungsprozesses nutzen viele verschiedene Lebewesen dieses Totholz. Moose und Flechten, Pilze und Schwämme erobern das Holz, Ameisen und die Larven von Insekten finden hier Nahrung und bereichern wiederum den Speiseplan der Vögel.

Ein wunderschöner Anblick sind die teils knorrigen Baumstubben, die sich in der Station finden allemal. Ebensolcher Hingucker sind drei alte Weidepfähle, von den Mitarbeitern der Station nebeneinander eingegraben und mit einigen Bohrlöchern für Wildbienen versehen.

Wem kein eigenes Holz zur Verfügung steht, dem könnte vielleicht eine Nachfrage beim Grünabfallsammelplatz, beim Landwirt, beim Gartenbaubetrieb oder bei der Straßenmeisterei helfen. Auf keinen Fall sollte Totholz aus dem Wald entnommen werden, weil so vorhandene Strukturen zerstört werden. „Am besten fängt man mit einem kleinen Reisighaufen an“, meint Susanne Schulze.

Hecken sind ein wichtiger Lebensraum auch im Hausgarten. Weniger die geschnittenen. Viel besser ist ein Streifen gemischter heimischer Wildgehölze. Der Weißdorn ist eine besonders wertvolle Heckenpflanze und nutzt rund 150 Insektenarten, rund 30 Vogelarten und vielen Säugetieren. Die Blüten, die Beeren und sogar Dornen helfen Tieren, denn sie verhindern, dass Katzen die Nester ausräubern. Der Schwarze Holunder steht zum Beispiel bei rund 60 Vogelarten auf dem Speiseplan.

Susanne Schulze plädiert für eine „wilde Ecke“, von der sich in der Biologischen Station einige finden. Im Randbereich sollte es in jedem Garten ein Plätzchen geben, wo auch Brennnesseln und Disteln wachsen dürfen, findet die Landschaftsarchitektin. Brennnesseln schmecken den Raupen vieler Schmetterlingsarten wie Admiral oder Tagpfauenauge und Disteln nicht nur dem Distelfalter.

Ganz wichtig ist auch das Wasser. Libellen, Frösche, Molche und Kröten werden den Garten bereichern, wenn ein Teich oder ein kleines Feuchtbiotop – am besten mit Flachwasserzone und einem artenreichen Band aus heimischen Pflanzen – angelegt wird. Wem der Platz dafür fehlt, der kann auch eine kleine Wasserstelle in Form eines Gefäßes oder einer Mulde im Stein als Trinkstation für Vögel und Insekten anbieten. Verschiedene Ausstiegshilfen sollten vorgesehen werden, damit Gefäße oder Becken nicht zur Todesfalle werden.

Je größer die Strukturvielfalt eines Gartens ist, desto mehr Arten finden sich automatisch ein, weiß Susanne Schulze. Für Gartenbesitzer, die auf naturnah umschalten möchten, bietet sie am 21. März ein Praxisseminar „Biologische Vielfalt im eigenen Garten“ an.

lona Ebenthal